Erwacht oder noch bewußtlos?
Seit vielen Jahren beschäftige ich mich mit Esoterik und habe schon einige diverse Erfahrungen mit Magie und Drogen gesammelt, Bücher geschrieben und mein Leben erfolgreich gestaltet. Das Leben im Hier und Jetzt war immer ein Thema. Ich wußte genau, dass dieser Bewußtseinszustand ein Schlüssel für den weiteren spirituellen Weg darstellt. Aber ich war zu faul, mich stundenlang aufs Yogakissen zu setzen und meinen nicht endenwollenden Gedankenstrom zu beobachten. Auch trachtete ich nicht danach in diversen Seminaren einen kurzfristigen Erfolg über tantrische, exzessive, drogenabhängige Erleuchtungserlebnisse zu erreichen. So versuchte ich etliche Male, den Zustand des Erwachens im Alltag auszuprobieren. Es gelang aber häufig nur für ein paar Sekunden, vielleicht mal für eine halbe Stunde. Dann überkam mich die Bewußtlosigkeit meines Daseins und ich gab auf.
Vor einigen Monaten schenkte mir eine Bekannte den ersten Band Von “Gespräche mit Gott” von Neale Walsch und ich fühlte sofort, dass Gott mich dabei ansprach (genauso wie jeden anderen Leser). Vor allem auch deshalb, weil ein Kern Seiner Botschaften, das Leben auf Erden als Spiel mit Gegensätzen zu sehen, von mir selbst in einem Buch entwickelt worden war. Hatte Gott schon damals mit mir gesprochen, ich hatte es nur nicht bemerkt? Sicherlich. Schließlich ist die innere Stimme, die ich dabei immer wieder befragt hatte, nichts anderes als Gottes Stimme.
Fasziniert bin ich, wie Er das “Ich bin” als den Schlüssel zur Verwirklichung aller Träume und Wünsche beschreibt und den Menschen dazu auffordert, sich auf sich selbst zu besinnen. Ich fing an, mir alles Mögliche zu wünschen. Ich bin gesund und fit, ich bin erfolgreich, usw. Nach einigen Wochen kam ich auf den Gedanken mich auf das “Ich bin” zu konzentrieren. So wie nach dem Wissen, dem Erschaffen das Seiende kommt.
Parallel dazu lief noch eine andere Geschichte. Diese Bekannte empfahl mir den Besuch bei einer Therapeutin mit medialen Fähigkeiten, weil in ihr ein starkes Gefühl diese Empfehlung unterstütze, wie sie sagte.
Ich versprach es ihr, ließ aber noch einige Monate verstreichen, bis ich diesen Besuch realisierte, ohne allerdings irgendetwas daraus zu erhoffen. Beate, die Therapeutin, ließ mich wissen, dass ich mit meiner früh verstorbenen Mutter noch einen Vertrag zu lösen hatte, der mich und sie seit ihrem Tod belastete. Diese Belastung hatte ich immer als unverarbeitete Trauer gespürt, aber keinen besonderen Ausweg gesucht. Zwei Tage vor dem Termin, wo ich tatsächlich in einem visualisierten Austausch ihr das größte Geschenk, was sie mir damals geben konnte, nämlich ihre Mutterliebe als symbolisiertes diamantbesetztes Herz, zurückgeben konnte und von ihr das Gefühl der Einheit, des Geborgenseins, was sie mit ins Grab genommen hatte, in Gestalt eines Kreise (Ringes), den ich mir um den Hals hängte, bekam, wurden plötzlich die Momente, in denen “ich bin” wirklich “ich bin” war, plötzlich zahlreicher. So wie ich früher nach kurzen Momenten dieses Bewußtseins des Bewußtseins wieder zugunsten des Alltagsdenkens verlor, gelingt es mir jetzt, ohne mein Zutun, immer wieder aufzuwachen, wenn das Alltagsdenken (Konzentration auf bestimmte Dinge wie Autofahren, Sprechen mit anderen oder Problemelösen) mein Gehirn vernebelt.
Das Ganze ist jetzt gerade zwei Wochen her. Aber ich fühle immer öfter dieses Glück der bewußten Wahrnehmung. Manchmal habe ich Angst, dass sie nicht wiederkommt. Doch auch nach einem halben Tag Bewußtlosigkeit meldet sie sich wieder und spüre, dass dies erst der Anfang ist und warte entspannt darauf, was noch kommt.