4 Monate später …….

Langsam dämmert es mir, dass am spirituellen Erwachen tatsächlich etwas dran ist. Der Unterschied zwischen der Mühle im Kopf, die mich normalerweise vom Hier und Jetzt getrennt hat und der friedlichen Stille ohne endloses, überflüssiges “Gequake” des Verstandes über Vergangenes und eventuell Kommendes ist verblüffend. Nicht nur das, ich fühle ein freudiges Erstaunen über diesen Unterschied. Morgens nach dem Aufwachen, meistens auf dem Klo, fällt mir ein, dass es Zeit wird, ins Jetzt einzutreten, das traumhafte Bewußtsein abzustreifen und mir selbst “Guten Morgen, Hans” zu sagen. Natürlich hält dieses Gefühl nicht ewig. Aber spätestens, wenn ich aus dem Haus trete, um mit dem Hund in ein nahes Wäldchen zu gehen, ist es wieder da. Was ist das eigentlich, dieser erwachte Bewußtseinszustand?
Es ist tatsächlich das Gefühl des Einsseins. Es gibt keinen Unterschied zwischen irgendetwas, weder zwichen mir und anderen, zwischen Teilen der Welt dort draußen, zwischen Personen, Bildern und Geräuschen. Edgar Tolle spricht vom Hintergrundrauschen, was man dann noch wahrnimmt. Das Schönste ist das Gefühl, sich leicht und freudig zu empfinden, die Entspannung im Kopf zu geniessen und alles einfach geschehen zu lassen.
Es gibt auch eine Entwicklung, mit der sich dieser Zustand immer öfter einstellt bzw. aktiv vom mir eingeübt wird. Tolle spricht in seinem Buch “Jetzt” davon, dass sich diese Erleuchtung, so nennt er es, also einen Zustand ohne zu denken, entweder spontan einstellt zum Beispiel im Moment größten Leides und dann mit voller Wucht sozusagen zuschlägt (Er selbst hat danach zwei Jahre im höchsten Glücksempfinden auf Parkbänken gesessen” oder es muss erarbeitet werden.
Für mich gilt offensichtlich das Zweite, wie wohl für die meisten Menschen.
Bedeutsam scheint mir auch die Lebenssituation zu sein, in der sich der Einzelne befindet. Entspannt im Hier und Jetzt zu sein, wenn alles im Alltag drunter und drüber geht, Zukunftssorgen belasten und überall Aufgaben und Verpflichtungen bzw. Ablenkungen lauern, ist sicherlich schwierig. Zum Beispiel habe ich dieses Buch von Tolle schon vor Jahren in der Hand gehalten, konnte aber damals nicht so richtig etwas damit anfangen. Erst als sich in meinem Leben, auch therapeutisch bedingt, aber auch sozial und ökonomisch, eine grundlegende Entspannung zeigte, war ich offen für diese Bewußtseinsentwicklung.
D.h. neben den Versuchen zum Beispiel in der Meditation zu anderen Bewußtseinszuständen zu kommen, muß gleichzeitig auch an der Front gearbeitet werden, den Druck (sozial, ökonomisch, psychisch) abzubauen. Die Frage zu klären, was ist wirklich wichtig, was will ich erreichen, was möchte ich repräsentieren in dieser Welt oder welchen Weg zu Gott will ich gehen. Nochmals, beide Bücher, das von Walsch über “Gespräche mit Gott” und von Tolle “Jetzt” sind für mich und wahrscheinlich auch für andere äußerst wertvoll zur Selbsterkenntis und Wegweisung.
Seitdem fühle ich mich bewußt geborgen im göttlichen Sein und geniesse es, immer mehr davon wahrzunehmen und Friede und Glück auch mit anderen zu teilen.

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